Wenn Kinder ihre Gefühle nicht in Worte fassen können – und wie du sie trotzdem besser verstehst
Das Geschirr klappert. Der Tisch ist gedeckt, alle sitzen – mehr oder weniger.
„Wie war die Schule?“
„Gut.“
„Steht die Woche etwas an?“
„Keine Ahnung.“
„Wie geht es deinem Kumpel?“
„Wieso?“
Okay … Du fängst an von deinem Tag zu erzählen, gehst mit gutem Beispiel voran.
Dein Kind hebt kurz den Kopf, schaut dich kauend an. Du wartest.
„Ich brauch Geld für neue Turnschuhe.“
Okay. Nicht ganz das, worauf du gehofft hast. Aber du nimmst, was du kriegst und erinnerst dich daran, dass Eltern offene Fragen stellen sollen, um ein Gespräch am Laufen zu halten. Also: „Was ist denn der Anlass?“. Du bekommst ein müdes Schulterzucken.
Und dann ist das Abendessen vorbei und alle gehen wieder ihrer Wege, irgendwo zwischen Küche, Bad und Kinderzimmer.
Es wurde viel gesprochen. Organisiert. Abgefragt – aber wenig gesagt.
Ein Alltag voller Gefühle und ohne Worte
Freundschaften, Streit, Schule, Erwartungen: Kinder und Jugendliche erleben ihren Alltag intensiv. Ein Tag kann sich anfühlen wie eine Achterbahnfahrt – mit schnellen Richtungswechseln, kleinen Höhepunkten und Momenten, die nachhallen.
Nur: Nicht alles davon lässt sich in Worte fassen.
Nicht, weil Kinder nicht wollen. Sondern weil ihnen oft noch die Erfahrung fehlt, Gefühle auszudrücken und einzuordnen. Und genau hier entsteht dieser Moment, den viele Eltern kennen:
- Du spürst, dass da etwas ist, das dein Kind mit sich herumträgt
- Dein Kind wird stiller oder lauter als sonst
- Deine Fragen prallen ab oder drehen sich im Kreis
Und irgendwo dazwischen bleibt dieses Gefühl:
Da ist mehr, als gesagt wird.
Typische Alltagssituationen: Wenn Kinder ihre Gefühle nicht zeigen können
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Nach der Schule
Die Tür fällt ins Schloss, der Ranzen landet in der Ecke.
„Wie war’s?“
„Gut.“
Mehr kommt nicht.
Und trotzdem spürst du, irgendwas lief heute nicht wie erhofft.
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Streit unter Geschwistern
Tränen, Wut, Türenknallen.
Zwei Versionen derselben Geschichte.
„Er hat angefangen!“
„Gar nicht!“
Und du stehst dazwischen und versuchst zu verstehen, was eigentlich passiert ist – ohne Stellung zu beziehen, ohne zu schimpfen, ohne Informationen …
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Vor dem Einschlafen
Das Licht ist gedimmt, es ist schon spät und eigentlich sollte jetzt geschlafen werden.
Und dann, ganz plötzlich: Fragen. Unruhe. Vielleicht soragr Tränen.
Ohne klaren Anlass, aber mit viel Gefühl.
Was wir oft übersehen: Kinder zeigen mehr, als sie sagen.
Gefühle zeigen sich im Verhalten, im Spiel, in kleinen Reaktionen. Was fehlt, ist nicht das Gefühl – sondern ein Weg, Gefühle sichtbar zu machen und auszudrücken.
Was hilft, wenn Reden nicht funktioniert?
Kinder verstehen, ohne viele Fragen zu stellen
Wenn Kinder ihre Gefühle nicht benennen können, hilft es oft nicht, mehr zu fragen – sondern anders hinzuschauen. Ein Zugang über Spiel, Bewegung oder Bilder kann dabei unterstützen, Gefühle sichtbar zu machen, ohne dass sie sofort erklärt werden müssen.
Gefühle zeigen dürfen – statt sie erklären zu müssen
Hier setzt GAMiKi an.
Nicht über Fragen.
Sondern über ein gemeinsames Tun beim figürlichen Aufstellen.
Mit Figuren, Farben und Symbolen entsteht ein Bild von dem, was gerade da ist.
Dann wird verschoben, neu angeordnet, draufgeschaut …
So entsteht nebenbei, fast spielerisch ein Bild von dem, was Kinder fühlen – ohne dass sie es in Worte fassen müssen.
Kinder müssen nichts erklären. Sie können zeigen.
Und genau darin liegt oft der Moment, in dem sich etwas verändert.



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Gefühle sichtbar machen: Wenn Kinder Angst erleben