Wenn der Tag leiser wird, werden manche Gefühle lauter.
„Kannst du noch kurz bleiben?“
„Ich glaube, da ist jemand.“
"Ich will noch nicht schalfen!".
Dann vermischen sich oft Wut, Tränen, Bauchschmerzen und dieses diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Manchmal können Kinder gar nicht genau sagen, wovor sie Angst haben. Sie spüren nur, dass da etwas in ihnen groß wird. Und Eltern stehen daneben, möchten helfen, beruhigen, die richtigen Worte finden — und merken gleichzeitig, wie schwer das sein kann. 

Andere Kinder reagieren tagsüber: vor der Klassenarbeit, vor neuen Gruppen, beim Abschied in der Kita oder plötzlich morgens vor der Schule. Manche ziehen sich zurück. Andere werden laut, wütend oder still.

Hinzu kommt: Kinder können ihre Gefühle oft noch gar nicht richtig benennen. Manche wissen selbst nicht genau, was in ihnen vorgeht. Andere schämen sich für ihre Angst oder möchten niemanden belasten. Und manchmal fehlen einfach die Worte für das, was innerlich so groß geworden ist.

Für Eltern entsteht dadurch oft ein Gefühl von Hilflosigkeit.
Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es selbst gar nicht erklären kann, was los ist?
Soll ich beruhigen? Nachfragen? Ablenken? Einfach da sein?

Gefühle sichtbar machen statt erklären

Mit GAMiKi können Kinder eingeladen werden, Gefühle sichtbar zu machen — mit Figuren, Farben und Symbolen. Sie müssen nicht sofort die richtigen Worte finden. Sie können Erwachsenen auch zeigen, wie sich etwas anfühlt.

Wie groß fühlt sich die Angst an?
Wie nah kommt sie?
Steht jemand daneben?
Gibt es Schutz?
Oder vielleicht schon etwas Mut?

Beim figürlichen Aufstellen entstehen oft Bilder, die Kinder mit Worten allein noch gar nicht beschreiben könnten.

Ein Mädchen stellte für ihre Angst eine große dunkle Figur mitten auf das Brett. Für sich selbst wählte sie eine kleine Figur und stellte sie direkt davor.

„So groß ist die Angst immer“, sagte sie.

Erst nach einer Weile schob sie die große Figur ein kleines Stück weg. Nicht viel. Aber genug, damit plötzlich wieder Raum entstand

Es gibt dabei nicht den einen richtigen Weg.

Jedes Kind findet seinen eigenen Weg

Manche Kinder bauen sich mit den Symbolen eine Schutzmauer. Andere legen einen Kreis um sich oder stellen Menschen auf, bei denen sie sich sicher fühlen. Wieder andere verändern einfach nur die Abstände zwischen den Figuren — und plötzlich verändert sich damit auch etwas im Gefühl.

Ein Junge betrachtete lange seine Aufstellung.
Vor ihm stand eine große Figur für die Angst.

Zuerst wirkte seine eigene Figur daneben ganz klein.

Dann sagte er plötzlich:

„Ne, so klein bin ich gar nicht. Ich bin ja schon 5 Jahre alt und komme dieses Jahr in die Schule.“

Er stellte seine Figur auf ein Plättchen. Kurz darauf legte er noch ein weiteres darunter.„Und ich spiele Fußball. Fußballer haben keine Angst.“

Dann kamen noch Mama, Papa und seine Geschwister dazu.

Mit jeder Veränderung wurde sichtbar:
Da ist nicht nur Angst.
Da ist auch Mut.
Da sind Fähigkeiten.
Da sind Menschen, die tragen.

Am Ende schob er die Figur für die Angst noch ein kleines Stück weiter weg.

Nicht, weil die Angst verschwunden war. Sondern weil sie nicht mehr alles bestimmte.

Wenn Kinder zeigen, was sie noch nicht sagen können

Für Eltern entstehen dabei oft ganz neue Einblicke.

Denn Kinder zeigen beim Aufstellen manchmal Dinge, für die ihnen im Alltag die Worte fehlen. Wie nah sich etwas anfühlt. Wie groß eine Angst geworden ist. Oder auch, was ihnen eigentlich helfen würde.

Das kann Gespräche verändern — nicht, weil plötzlich alles gelöst ist, sondern weil Kinder sich gesehen fühlen und Erwachsene besser verstehen können, was in ihnen vorgeht.

GAMiKi lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, Gefühle sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen — ohne Druck und ohne richtige oder falsche Antworten.

Denn manchmal verändert sich schon etwas, wenn ein Gefühl nicht mehr nur im Kopf bleibt, sondern gesehen werden darf.